Offizieller Wortlaut
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Janik,
bei der Seeanbindung wird seit Jahren verhandelt, moderiert, angekündigt und vertröstet.
Aber die entscheidende Frage bleibt unbeantwortet:
Kann Starnberg die Finanzierung von 7e überhaupt tragen?
Genau darum geht es. Nicht um neue Gesprächsformate. Nicht um neue Überschriften. Nicht um einen „Runden Tisch“.
Denn ein Runder Tisch ersetzt keine Finanzierung.
Er ersetzt keine Förderfähigkeit.
Er ersetzt keine Planfeststellung.
Und er ersetzt vor allem keine politische Ehrlichkeit.
Deshalb drängt sich für mich ein klarer Eindruck auf:
Der angekündigte „Runde Tisch“ wirkt nicht wie ein Instrument zur Lösung des Problems, sondern wie ein Mittel, die eigentliche Entscheidung weiter hinauszuschieben.
Denn wenn die Finanzierung tragfähig wäre, müsste man genau das endlich belastbar darlegen: welche Fördertöpfe realistisch sind, wie hoch der städtische Eigenanteil wäre, und ob dieser Eigenanteil angesichts der angespannten Stadtfinanzen und des Investitionsstaus überhaupt verantwortbar ist.
Genau das ist bis heute nicht überzeugend geschehen.
Stattdessen entsteht der Verdacht, dass die offene Klärung vermieden wird, weil sie zu einem politisch unangenehmen Ergebnis kommen könnte:
Dass 7e in der Sache attraktiv ist, aber unter den realen finanziellen Bedingungen der Stadt womöglich nicht darstellbar.
Ich halte es für falsch, den Menschen in Starnberg darüber weiter etwas vorzumachen.
Deshalb erweitere ich meinen Plan zur Seeanbindung ausdrücklich um das Szenario, das andere verschweigen: Zum vollständigen Plan
Mein Ziel bleibt 7e.
Ich halte 7e weiter für die beste städtebauliche Lösung für Starnberg.
Ich will, dass diese Variante endlich ernsthaft geklärt, planungsrechtlich vorbereitet und auf ihre Förder- und Finanzierungsfähigkeit geprüft wird.
Aber Ergebnisse statt Ausreden ist für mich keine Floskel, sondern Maßstab politischen Handelns.
Das heißt auch:
Wenn sich in dieser Klärung herausstellt, dass die Finanzierung nicht tragfähig ist, dann muss man das offen sagen.
Dann ist die Gleisreduzierung am See gescheitert.
Dann läuft es realistisch auf Variante 1 hinaus.
Das wäre nicht die bessere städtebauliche Lösung.
Aber es wäre endlich eine ehrliche Entscheidung statt weiterer Jahre Stillstand.
Dann wäre die Aufgabe der Stadt klar: nicht länger eine Lösung zu versprechen, die am Ende vielleicht nicht finanzierbar ist, sondern aus Variante 1 das Bestmögliche für Starnberg herauszuholen.
Das bedeutet vor allem:
- Schallschutzwände am See verhindern oder so weit wie möglich minimieren
- den Seezugang und das Stadtbild verteidigen
- und den Bahnknoten nach all den verlorenen Jahren wenigstens endlich betrieblich lösen
Ich bin bereit, dafür politisch geradezustehen.
Wenn ich 7e ehrlich klären lasse und die Finanzierung scheitert, dann trage ich die politischen Kosten dieser Wahrheit.
Aber dann ist in sechs Jahren wenigstens etwas entschieden worden.
Dann steht Starnberg nicht wieder am selben Punkt wie heute.
Dann lasse ich mich daran messen.
Was ich nicht akzeptiere, ist ein Weiter-so aus Hoffnung, Verzögerung und Gesprächsrunden, während die Stadt weitere Jahre verliert.
Starnberg braucht bei der Seeanbindung keine neuen Ausreden.
Starnberg braucht endlich Klarheit, Entscheidung und Verantwortung.
Ergebnisse statt Ausreden.
—
Severin Kistner
Bürgermeisterkandidat Starnberg · BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
https://severin-kistner.de